Beruf und Co.

Geschrieben von Sebastian am 28. Juli 2008

öffentlicher Dienst

Wie kommt man bloß dazu, sich freiwillig im öffentlichen Dienst zu bewerben? Nun, bei mir sind es wohl die Gene. Ich glaube ich habe so eine Art Verwaltungsgen von der mütterlichen Seite der Familie geerbt. Diese Hälfte arbeitet fast geschlossen im öffentlichen Dienst. Wenn man es genau nimmt, war es wohl eher Ahnungslosigkeit, was man denn nun machen soll und man probiert einfach das, was man kennt. Da meine Mutter bereits im öffentlichen Dienst war, habe ich mir gedacht, das mir das vielleicht auch liegt.

Später dann erkannte ich, dass der Job eigentlich nur mit Rechtsanwendung zu tun hat (liegt ja auch nahe bei der Executive des Staates), fand gefallen an Gesetzen und Rechtsanwendung und zog die Ausbildung durch. Glücklicherweise bin ich dann in der Beschaffung gelandet und musste dort nur wenig Recht anwenden, denn so toll die Theorie auch ist, wird daraus in der Praxis schnell eintönige Fließbandarbeit. Etwas später kam dann der Wechsel in die EDV-Administration und der Besuch des Angestelltenlehrgangs II, so dass ich mich nun “Verwaltungsfachwirt” nennen darf.

Administration

Um meine Berufung darzulegen, muss ich etwas weiter ausholen. Eigentlich wollte ich mein Hobby beziehungsweise Teile meiner Hobbies (alles, was mit PCs zu tun hat) nicht wirklich zu meinem Beruf machen, da ich immer Angst hatte, dass ich auf diese Art den Spaß an meinen Hobbies verliere.

Letztendlich hat mich dann aber doch die Aussicht auf eine Stelle im gehobenen Verwaltungsdienst und auf den Besuch des Angestelltenlehrgangs II dazu bewogen, von der Beschaffung in die Administration zu wechseln.
Auf Grund der besonderen Fähigkeiten, die ich habe (ca. 27 Jahre Erfahrung mit EDV, obwohl ich nur 30 Lenzen zähle – siehe Technische Spielereien) bekam ich die Stelle vorzeitig übertragen, bevor ich die Qualifikation (Angestelltenlehrgang II) erreicht hatte.

Theoretisch ist das Administrieren eine ganz nette Angelegenheit, wenn da nicht die Benutzer wären… Und Benutzer sind die kleversten Idioten, die mir je begegnet sind.

Dozent / öffentliche Finanzwirtschaft

Als ich schon einige Zeit als Administrator auf dem Buckel hatte, fragten mich einige Benutzer, ob ich nicht vielleicht eine Schulung für Photoshop geben könnte. Da ich bereits einige Erfahrungen auf dem Gebiet der Bildbearbeitung gesammelt hatte und besagte Benutzer nur mit Photoshop Elements arbeiten, bereitete ich eine Tagesschulung mit allem pipapo vor. Innerhalb dieses Tages lernten die Kollegen, wie man Fotos nachbearbeitet, nachbelichtet oder freistellt und ich lernte, dass mir das unterrichten echt liegt.

Nun dachte ich mir, dass es vielleicht noch mehr Bedarf für EDV-Schulungen gibt und forschte etwas nach. Zeitgleich suchte man am Niedersächischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung e.V. händeringend nach Nachwuchs, nur leider nicht für entsprechende EDV-Schulungen, sondern u.A. für das Fach öffentliche Finanzwirtschaft. Mein Chef, der dieses Fach schon seit über 20 Jahren unterrichtet, fragte mich, ob ich mir das Unterrichten dort zutrauen würde. Das Problem dabei war, dass ich nur mein Schulwissen über Fin I hatte und mir sonst das Wissen fehlte, der Unterricht aber schon in drei Monaten los gehen sollte. Also habe ich das Ganze überschlafen und mich dafür entschieden und mir viel Arbeit gemacht.

Fix in die nächste Buchhandlung und ein paar Bücher über das neue kommunale Rechnungswesen (Doppik) gekauft und damit in den Urlaub nach Gran Canaria geflogen. Statt dort einfach nur in der Sonne zu braten, habe ich mir am Strand die NGO und die GemHKVO nebst Kommentaren reingetan. Drei Monate später war ich fit für den Unterricht. Und erstaunlicherweise liegt mir das Ganze sehr. So sehr, dass ich gar nicht mehr damit aufhören mag, meine Schüler zu quälen.

Redaktion und GamingNewz.de

Eigentlich nur ein Hobby von mir… Angefangen hat es damit, dass ich irgendwann einen Aufruf auf meiner damaligen Lieblinggamesseite DHL.net las, sich als Redakteur für das Magazin zu bewerben. Für das Schreiben eines Artikels durfte man die Spiele behalten. Klang gut, also gemeldet und einen Probeartikel hingesendet. Der schien zu gefallen, denn kurze Zeit später wurde ich in die Redaktion aufgenommen und begann zu testen. Ein dreiviertel Jahr später entschloss ich mich die Redaktion wieder zu verlassen und startete bei GamingNewz.de. Bei GamingNewz.de geht es wesentlich familiärer zu und man steht nicht ganz so unter Druck, wie bei DLH.net, was der Ausscheidungsgrund damals war.

Mittlerweile habe ich dort die Chefredaktion über alle Sonyprodukte (also Playstation 2, 3 und Portable) übernommen und bin gerade dabei eine Hardwaresparte aufzubauen und mache dafür die public relations Arbeiten. Erfreulicherweise sind viele Unternehmen sich darüber bewusst, dass gerade die kleinen Magazine auch publicity bedeuten und unterstützen uns dementsprechend gut. Die Arbeit bei GamingNewz.de macht sehr viel Spaß, auch wenn man die Rezensionsexemplare im Hardwarebereich, anders als im Softwarebereich, nicht behalten darf, sondern wieder an das Unternehmen zurückleiten muss, um einen Bestechungsverdacht zu vermeiden. Wer mag, kann sich die Seite und meine Testberichte gerne einmal unter www.gamingnewz.de ansehen.