neue und alte Konsolen

Geschrieben von Sebastian am 30. Juli 2008

Sanwa Color Television Game

Ah, meine erste Begegnung mit der digitalen Welt. Das Sanwa Color Telespiel aus dem Quelle-Warenhaus. Einfach klasse. Die Spiele waren nicht nur fest verdrahtet, sondern fast alle Pong-Derivate. Wer Pong nicht kennt, sollte mal in Wikipedia nachlesen, denn das ist eine echte kulturelle Wissenslücke. Pong ist der Beginn der Videospiele-Ära. Eine Art Tennis, bei dem man ein kleines Quadrat zwischen zwei Linien, den Schlägern, auf dem Fernseher hin und her schießt. Das Sanwa stammte aus der Zeit, als diese Telespiele ihren Höhepunkt bereits überschritten haben, also etwa aus den frühen 80ern. Es bot neben dem klassischen Pong genannt Tennis, noch Hockey (Pong mit zwei Schlägern auf jeder Seite), Squash und Handball, mit je etwas veränderten Regeln. Zusätzlich gab es noch eine Lichtpistole, mit der man über den Bildschirm fliegende weiße Quadrate abschießen musste. Man glaubt kaum, wie viel Spaß das auch heute noch macht. Gut, ein Kind lässt sich damit nicht mehr begeistern, aber erwachsene Dreißigjärige können damit auch heute noch die eine oder andere Stunde am Paddle verbringen…

Nintendo Entertainment System

Das NES war neben dem Gameboy der einzige Ausflug in die Konsolenwelt, die ich zu Hause machen durfte. Allerdings auch nur, weil ich mir die beiden vom Taschengeld abgespart hatte. Wie ich bereits erwähnte, hielt mein Vater die Konsolen für unkreativ, allerdings auch nur bis zur PC-3D-Ära, weil er dann feststellte, dass es ein Vermögen kostet, den PC auf dem aktuellen Stand zu halten. Auf dem NES hatte ich mir die Zeit nach der Schule mit Smash-Hits wie Zelda oder Mario vertrieben und spielte Spiele, wie Donkeykong oder 1942, für die ich in der Kneipe um die Ecke viel Geld in die Automaten gesteckt hatte und so etwas davon sparen konnte. Das NES ist erstaunlicherweise auch heute noch sehr beliebt in der Programmierszene. Es gibt sogar eine Internetseite, die sich mit dem Thema Replikation von alten Spielemodulen beschäftigt. Nintendo war in den Achzigern die Videospielmarke Nummer Eins und sollte von jedem zumindest mal ausprobiert worden sein.

Die Spielephilosophie war zu dem Zeitpunkt noch eine ganz andere. Spiele waren schwer zu Meistern. Einfach anknipsen und nach und nach durchspielen war einfach nicht drin. Wer ein Spiel durchspielen wollte, musste dies sogar meist in einem Zug machen, da das Speichern von teuren Modulzusätzen ermöglicht wurde, die viele Entwickler einfach aus Kostengründen weg ließen. Nur ausgewählte Spiele, wie Super Mario 3 oder Zelda verfügten über eine Batterie, die den Spielstand am “Leben” hielt. Oder man musste sich Kilometerlange Buchstabenfolgen aufschreiben, an Hand derer das Spiel wusste, wo man aufgehört hatte. Zudem waren die Grafik und der Sound sehr einfach, aber schon mal besser, als auf der ersten Generation Videospiele, wie dem Atari VCS. Das NES machte einfach Spaß! Wer wissen möchte, wie man sich fühlte, sollte mal nach dem “Angry Videogame Nerd” googeln…

Gameboy Classic

Hach, der Gameboy. Endlich konnte man Videospiele mit sich herumtragen. Heutzutage ist die Größe und das Gewicht von 220g ohne Batterien vielleicht etwas zu groß, aber damals schleppte man das gute Stück wirklich überall hin. Im Übrigen war der Gameboy Classic auch für Mathematiker und Designstudenten interessant, denn die Maße des Gameboys entsprachen dem Goldenen Schnitt. Mit seinem Z80 Prozessor und dem monochromen Display mit 160 x 144 Pixel war er zwar nicht üppig ausgestattet, ließ aber mit der enormen Auswahl an Spielen einiges an Spielspaß zu und war der ideale Begleiter auf langen Zugfahrten.

Für die Spielephilosophie des Gameboy galten die gleichen Regeln, wie für das NES. Es gab wenige Möglichkeiten zu Speichern und man sah vom Spielgeschehen weniger, wegen des kleinen Displays. Mit dem Gameboy entwickelte sich langsam meine Leidenschaft für storylastige Rollenspiele und ich verschlang Titel, wie Zelda: Links Awakening oder Final Fantasy Legend 1-3, die sich von den Titeln für das NES komplett unterschieden. Letztendlich fand mein Gameboy dann in den späten 90ern seinen Platz auf dem Klo, wo er zusammen mit Tetris den Rubix-Würfel ablöste und bis in die Mitte der 2000er Dekade blieb. Hier fand ich einen Gameboy Advanced Micro bei Saturn, der nun zusammen mit dem Klogästebuch dafür sorgt, dass Besucher lange auf unserem Klo verweilen können.

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